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"Chronik der Zukunft"

"Chronik der Zukunft" war das erste Projekt von Infinite Cooperation. Premiere war am 10. Februar 2018 im Fabriktheater Rote Fabrik, Zürich.

In "Chronik der Zukunft" geht es darum, eine andere Betrachtung der Ereignisse um Tschernobyl herauszufordern. Weg von der Katastrophen-reportage oder der "Atomkraft: Nein Danke"- Rhetorik hin zu einem philosophischen, poetischen Nachdenken über die Stellung des Menschen in der Natur, oder, wenn man so will, seinen Ort in der Schöpfung. 

Beteiligte:

Yanna Rüger - Künstlerische Leitung und Performance

Marius Kob - Puppenbau und Performance

Thomas Jeker - Musik und Performance

Tom Schneider - Regie

Prisca Baumann - Bühnen- und Kostümbild

Heta Multanen - Video

Benjamin Burger - Videotechnik

Robert Meyer - Technik

Yanik Riedo - Assistenz und Performance

Oliver Lau - Produktionsleitung

Abendspielzettel:

Die Nacht vom 26.04.1986 markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit. Im schwäbischen Dettenhausen wird Yanna Rüger geboren. Zeitgleich kommt es im ukrainischen Tschernobyl im Reaktor 4 zu einer Kernschmelze und somit zum Super-GAU. 32 Jahre nach dieser zufälligen Verknüpfung von individueller Geschichte und universeller Katastrophe sucht Yanna Rüger im Sediment der Geschichte nach Ursachen, nach Hoffnung und Hinweisen auf eine Zukunft, in welcher der Mensch seine Vorherrschaft in der Schöpfung verloren hat und vielleicht Ruhe eingekehrt ist. Ausgangsmaterial für diese Suche sind Zeitzeugenberichte aus „Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft“ von Swetlana Alexeijewitsch.  Alexeijewitsch schreibt: "In einer Nacht gelangten wir an einen neuen Ort der Geschichte. Wir sprangen in eine neue Realität und diese Realität überstieg nicht nur unser Wissen, sondern auch unsere Einbildungskraft. Der Zusammenhang der Zeiten riss. Die Vergangenheit war plötzlich hilflos, auf nichts darin konnten wir uns stützen, im allwissenden Archiv der Menschheit gab es keinen Schlüssel, der diese Tür hätte öffnen können. Die Zone.. Eine andere Welt inmitten der übrigen Welt… was sich in Tschernobyl am meisten einprägt ist das Leben danach: Dinge ohne Menschen, Landschaften ohne Menschen, Wege ins Nichts, Telegrafendrähte ins Nichts. Hin und wieder fragt man sich: was ist das – Vergangenheit oder Zukunft?“Yanna Rüger wird, wenn alles gut geht, vielleicht nochmals 32+ 32 Jahre auf dieser Welt sein. Das bei der Explosion von Reaktor 4 freigesetzte Uran 238 hat eine Halbwertszeit von über 1 Milliarde Jahre. Und bei Thorium sind es sogar 14 Milliarden Jahre.  50… 100… 200 Jahre… aber weiter? Weiter reicht unser Vorstellungsvermögen nicht. 

                                                                                               

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